Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) im Blut nachgewiesen – gesundheitliche Beeinträchtigungen sind nicht auszuschließen

Jedes untersuchte Kind war mit Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) belastet und 86 Prozent der insgesamt 1109 analysierten Blutplasma-Proben von Kindern und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren enthielten Perfluoroktansäure (PFOA). Das ergab die Auswertung der repräsentativen Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, GerES V, die in der Juli-Ausgabe der Fachzeitschrift International Journal of Hygiene and Environmental Health veröffentlicht wurde.

Zum Teil lagen die Konzentrationen in den untersuchten Blutplasma-Proben über den Grenzwerten, die von der Kommission Human-Biomonitoring (HBM) des Umweltbundesamtes festgelegt wurden. Mehr als jede fünfte Probe überschritt den HBM-I-Wert, das heißt, hier haben die Schadstoffe eine Konzentration erreicht, bei der nach dem aktuellen Kenntnisstand eine gesundheitliche Beeinträchtigung nicht mehr auszuschließen ist.

Die Stoffgruppe der PFAS umfasst mehr als 4.700 verschiedene Chemikalien. Deshalb erachtet das Umweltbundesamt ein Verbot oder eine Beschränkung einzelner PFAS-Substanzen als nicht sinnvoll und erarbeitet derzeit gemeinsam mit anderen Behörden aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, Schweden und Norwegen ein EU-weites Verbot der Stoffgruppe im Rahmen der REACH-Verordnung. „Die Perfluorchemie hat für mich wenig Zukunft. Nur Erzeugnisse und Materialien, die wirklich notwendige Leistungen etwa für den Gesundheitsschutz, z. B. für medizinische Geräte oder Schutzkleidung für Feuerwehren bereitstellen, sollten weiter genutzt werden dürfen“, sagte Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes im Rahmen der UBA-Pressemitteilung.

Tatsächlich werden PFAS in Feuerlöschschäumen versprüht und aufgrund ihrer schmutz-, öl- und wasserabeisenden Wirkung in großem Stile zur Herstellung von Outdoorbekleidung, Schuhen, Arbeitskleidung, Teppichen und Heimtextilien verwendet. Darüber hinaus zum Beschichten von Papierprodukten wie Hamburgerverpackungen, Klebeetiketten und Kaffeebechern.

Da PFAS nicht abgebaut werden, reichern sie sich in der Umwelt entlang der Nahrungskette an. Sie haften sich an Partikel an und verteilen sich über Luft und Wasser bis in entlegenste Gegenden. Selbst in der Arktis und in alpinen Seen, fernab jeglicher industrieller Produktion sind sie nachweisbar. Über den Stand des Wissens informiert das aktuelle UBA-Magazin „PFAS – gekommen, um zu bleiben“.

Mittlerweile stehen auch PFAS-Ersatzstoffe im Verdacht, toxisch zu sein.

Bei Fragen rund um PFAS und andere Stoffe, deren Anwendung eingeschränkt ist, erreichen Sie uns gerne unter reach@kft.de.

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