▪︎ CLP
Ausschuss für Risikobewertung (RAC) gibt grünes Licht – Stoff erstmals als sehr persistent und sehr bioakkumulierbar (vPvB) eingestuft
Die Mitglieder des ECHA-Ausschusses RAC stimmen dem deutschen Vorschlag zu, die Substanz 4,4′-Methylenbis(dibutyldithiocarbamat) als sehr persistent und sehr bioakkumulierbar (vPvB) einzustufen. Die neue Gefahrenklasse wurde im Zuge der CLP-Revision im Jahr 2023 neu geschaffen und nun erstmals angewendet.
Das grüne Licht für die Einstufung gaben die RAC-Verantwortlichen auf ihrer Sitzung im Dezember 2025.
Einstufung und Argumente
„Sehr bioakkumulierbar“ bedeutet: Der Stoff wird über die Nahrungskette weitergegeben und kann sich in Organismen anreichern. Dies zeigen Ernährungsstudien an Fischen. Ferner stützen sich die Experten bei ihrer Entscheidung auf eine qualitative Bewertung der vorhandenen Daten. Diese weisen darauf hin, dass die Substanz nach der Adsorption an Boden oder Sedimenten über lange Zeiträume bestehen bleibt.
„Sehr persistent“ bedeutet, dass der Stoff in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut wird. Hierfür verantwortlich sind unter anderem die chemisch stabile Dithiocarbamat-Struktur, die hohe Molekülmasse sowie die geringe Wasserlöslichkeit.
Nicht die Masse machts
Obwohl der Stoff nicht zu den High-Volume-Chemikalien zählt und nur industriell in Nischen angewendet wird, etwa als Bestandteil in Ölen, Schmiermitteln und Fetten, ist die Anwendung zu regulieren. Denn aufgrund seiner Persistenz können bereits geringe Emissionen umweltschädigend sein. Als potenzielle Eintragspfade werden beispielsweise Leckagen sowie eine unsachgemäße Entsorgung von Altöl gesehen.
Die ECHA wird die genaue Stellungnahme des RAC voraussichtlich in den kommenden Monaten veröffentlichen.
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