▪︎ REACH
Brexit-Abkommen: Industrieverbände fordern engeren Informationsaustausch bei Stoffdaten
Industrieverbände fordern von britischen und EU-Behörden einen regelmäßigen Austausch über Chemikaliendaten. Eine solche Daten-Sharing-Lösung würde den Unternehmen viel Doppelarbeit, Verwaltungsaufwand und damit Kosten ersparen.
Ziel: gemeinsamer Wissenspool
Im Kern geht es der Industrie darum, den im EU-UK Trade and Cooperation Agreement (TCA) verankerten Anhang zu Chemikalien (Chemicals Annex) umzusetzen. Dieser Zusatz wurde von Industrievertretern ausdrücklich gewünscht, weil sie sich davon Handelserleichterungen erhoffen. Konkret möchte die Industrie, dass sich die Behörden über neue Risiken und Stoffdaten austauschen. Damit entstünde ein Wissenspool als Basis für eine gemeinsame wissenschaftliche Bewertung.
Ziel: neue Risikobewertungsmethoden
Im Blick haben die Verbände zudem neue tierversuchsfreie Methoden, mit denen sich Stoffrisiken sicherer bewerten lassen („Non-Animal New Approach Methodologies“, NAMs). Und auch die Frage, wie diese Werkzeuge zur Risikobewertung genutzt werden können (Next Generation Risk Assessment, NGRA).
Wo es hakt
Im besagten Anhang ist ein möglicher Zugriff von UK‑Behörden und Unternehmen auf die EU‑REACH‑Datenbank nicht beschrieben; ein solcher müsste ohnehin erst verhandelt werden. Auch gibt es bislang keine verbindliche Infrastruktur für einen regelmäßigen und systematischen Datenaustausch zwischen der ECHA und dem britischen HSE.
Branchenweite Folgen
Aufgrund der unterschiedlichen regulatorischen Systeme müssen UK‑Unternehmen Chemikalien separat in UK und in der EU registrieren. Das kostet zum einen Geld, und zum anderen führt die Divergenz zu rechtlichen Unsicherheiten.
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