▪︎ REACH
Ein Stoff, eine Bewertung: Neue EU-Vorschriften in Kraft getreten – ECHA entwickelt Plattform für Chemikaliendaten
Das OSOA-Gesetzgebungspaket (One Substance, One Assessment, OSOA) besteht aus drei Rechtsvorschriften. Sie wurden am 12. Dezember 2025 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und gelten seit dem 1. Januar 2026. Damit möchte die EU das Bewerten von Chemikalien kohärenter, transparenter und effizienter machen.
Bei den neuen Rechtsvorschriften handelt es sich um
- EU-Verordnung 2025/2455 zur Einrichtung einer gemeinsamen Datenplattform für Chemikalien
- EU-Verordnung 2025/2457 zur Neuzuweisung technischer Aufgaben und zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den EU-Agenturen sowie
- EU-Richtlinie 2025/2456 zur Neuzuweisung technischer Aufgaben an die Europäische Chemikalienagentur (ECHA).
Das Ziel
Die EU möchte mit den Gesetzesregeln Chemikalien und deren Risiken schneller erkennen, um mit regulatorischen Maßnahmen rasch gegensteuern zu können. Deshalb plant die EU,
- Stoffbewertungen verschiedener Regelungsbereiche zusammenzuführen und zu harmonisieren, darunter Industriechemikalien, Biozide, Pestizide, Lebensmittel, Medizinprodukte und Spielzeug.
- eine einheitliche Datenplattform für Chemikalien aufzubauen und so Daten aus mehr als 70 Rechtsvorschriften zu bündeln.
- Die Zusammenarbeit und Aufgabenteilung zwischen den verschiedenen EU-Agenturen zu verbessern; neben der ECHA sind dies die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die europäische Umweltagentur (EUA), die europäische Arzneimittelagentur (EMA) sowie die europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA).
Der Fahrplan
Die Datenplattform wird schrittweise aufgebaut. Nach Angaben der Newsplattform Chemical Watch sollen die Kernleistungen innerhalb von drei Jahren verfügbar sein. In zehn Jahren soll die Plattform dann voll funktionsfähig sein.
Vorteile für Unternehmen
Bislang mussten Unternehmen Chemikalien oft bei verschiedenen Behörden registrieren oder bewerten lassen. Mit der neuen Plattform entfällt diese Doppelarbeit, denn Unternehmen können so über einen einzigen Zugang alle relevanten Informationen und Anträge einreichen, die dann für alle EU-Regelungen gelten. Diese einheitlichen Risikobewertungen wiederum sorgen für mehr Planungssicherheit bei Produktentwicklung und Zulassungen. Unternehmen können verlässlicher abschätzen, ob ein Stoff genehmigt wird oder ob Beschränkungen drohen.
Mehr Verantwortung
Jedoch stehen und fallen die Vorteile mit der Aktualität der Daten. Unternehmen sind daher angehalten, Daten umgehend zu aktualisieren, wenn es neue Informationen über Risiken oder Sicherheitsaspekte bei Stoffen gibt. Ansonsten drohen empfindliche Strafen. Denn mehr Transparenz bedeutet auch, dass Verstöße schneller erkannt und sanktioniert werden können.
Haben Sie Fragen zum Thema OSOA? Sprechen sie uns an unter sales@kft.de.