▪︎ CLP, REACH, SDB
Entwurf der 24. ATP zur CLP-Verordnung veröffentlicht – Einstufungsvorschläge für Lithiumsalze und Methylmethacrylat bleiben
Ende November wurde der Entwurf der 24. Anpassung an den technischen Fortschritt (ATP) zur CLP-Verordnung veröffentlicht. Demnach hält die EU an den Einstufungen für Lithiumsalze und Methylmethacrylat (MMA) fest, die der Ausschuss für Risikobewertung (RAC) vorgeschlagen hatte. Das heißt, Lithiumsalze werden in Anhang VI der CLP-Verordnung als Reproduktionstoxika der Kategorie 1A eingestuft und MMA als Atemwegsallergen der Kategorie 1.
Die Einstufungsvorschläge sind aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung der Stoffe brisant. Doch selbst zusätzliche Daten, die durch die Stellungnahmen der Industrie zusammenkamen und eine Neubewertung nach sich zogen, ließen die RAC-Vertreter nicht von ihrem ursprünglichen Bewertungsurteil abrücken.
Lithiumsalze zwischen Fluch und Segen
Die Einstufung von Lithium als reproduktionstoxisch basiert auf Daten von Schwangeren, die während der Schwangerschaft lithiumhaltige Medikamente einnahmen. Die Auswertungen deuten darauf hin, dass die Einnahme von Lithium das Risiko für eine Herzfehlbildung beim Fötus erhöhen könnte. Die sich daraus ergebenden Verwendungseinschränkungen von Lithiumsalzen, die eine Schlüsselrolle in der Batterieproduktion spielen, würden sich, so die Kritik der Industrie, auf die gesamte Lithium-Wertschöpfungskette der EU auswirken. Die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Unternehmen würde dadurch massiv gefährdet.
Problemfall Methylmethacrylat
Ähnliche Bedenken äußern Industrievertreter bezüglich der Einstufung von MMA. Der Stoff dient der Herstellung von Plexiglas, wird aber auch in Farben, Klebstoffen, für Beschichtungen sowie in Dentalmaterialien und Nagelprodukten verwendet.
Die Substanz ist bereits als Hautsensibilisator eingestuft. Eine zusätzliche Einstufung als Atemwegs-Sensibilisator würde zu weiteren Beschränkungen führen und die MMA-verarbeitende Industrie empfindlich treffen.
So geht es weiter
Im nächsten Schritt wird nun eine Expertengruppe der für REACH und CLP zuständigen Behörden (CARACAL) den Entwurf Anfang 2026 erörtern. Im Anschluss haben Parlament und Rat drei Monate Zeit, um den Entwurf zu prüfen.
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