▪︎ Beschränkungen, PFAS
Generationenübergreifende Vergleichsstudie aus Frankreich unterstreicht die Bedeutung strenger PFAS-Regulierung
PFAS stehen seit Jahren im Fokus von Behörden, Wissenschaft und Industrie. Eine aktuelle, generationenübergreifende Vergleichsstudie aus Frankreich liefert nun weitere Hinweise darauf, dass regulatorische Maßnahmen tatsächlich wirken können. Gleichzeitig machen die Ergebnisse deutlich, dass die Exposition gegenüber PFAS weiterhin weit verbreitet ist. Aus Sicht der Forscher unterstreicht dies die Notwendigkeit, die Regulierung von Einzelstoffen hin zu einem umfassenderen Ansatz für die gesamte PFAS-Stoffgruppe weiterzuentwickeln.
Was sind PFAS?
PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) bezeichnen eine Stoffgruppe von mehr als 10.000 chemischen Verbindungen, die aufgrund ihrer außergewöhnlichen Eigenschaften in zahlreichen industriellen Anwendungen und Alltagsprodukten eingesetzt werden. Sie sind wasser- und fettabweisend sowie äußerst beständig gegenüber Hitze und chemischen Einflüssen. Typische Anwendungsbereiche reichen von Textilien, Verpackungen und Feuerlöschschäumen bis hin zu Kälte- und Klimaanlagen sowie verschiedenen industriellen Prozessen.
Genau diese hohe Stabilität macht PFAS jedoch problematisch: Viele dieser Stoffe bauen sich in der Umwelt kaum oder gar nicht ab und werden daher häufig als „Ewigkeitschemikalien“ (Forever Chemicals) bezeichnet. Einige PFAS können sich in Organismen anreichern und stehen im Verdacht, gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen zu haben. Besonders herausfordernd ist dabei die enorme Vielfalt der Stoffgruppe, die eine umfassende Risikobewertung und Regulierung erschwert.
Regulierung zeigt Wirkung: Ergebnisse einer französischen Generationenstudie
Eine im Fachjournal Environment International veröffentlichte Studie untersuchte erstmals PFAS-Belastungen über einen Zeitraum von rund drei Jahrzehnten anhand einer französischen Mutter-Tochter-Kohorte. Forschende der Universität Paris-Saclay analysierten Blutproben von 236 Müttern, die zwischen 1994 und 1999 entnommen wurden, sowie Proben ihrer Töchter, die heute ungefähr im gleichen Alter sind wie ihre Mütter damals.
Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Die Konzentrationen der beiden bekannten PFAS-Verbindungen PFOA (Perfluoroctansäure) und PFOS (Perfluoroctansulfonsäure) sind in der zweiten Generation deutlich zurückgegangen. Auch weitere PFAS zeigten signifikant niedrigere Werte. Besonders auffällig war der Rückgang bei Stoffen, die historisch als Vorläuferverbindungen für PFOA und PFOS verwendet wurden und früher nahezu in allen Proben nachweisbar waren.
Die Wissenschaftler führen diese Entwicklung plausibel auf regulatorische Maßnahmen zurück, insbesondere auf die Aufnahme von PFOS (2010) und PFOA (2019) in das Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe sowie auf entsprechende europäische Regelungen. Die Studie liefert damit einen wichtigen realen Nachweis dafür, dass regulatorische Eingriffe die Belastung der Bevölkerung tatsächlich reduzieren können.
Ein Erfolg mit Einschränkungen
Trotz der positiven Entwicklung bleibt die Botschaft der Studie eindeutig: PFAS sind weiterhin weit verbreitet. PFOA und PFOS gehörten auch in der jüngeren Generation noch zu den am häufigsten nachgewiesenen PFAS-Verbindungen.
Darüber hinaus fanden die Forscher Hinweise auf Zusammenhänge zwischen PFAS-Exposition und Veränderungen bestimmter biologischer Marker, darunter erhöhte Testosteronwerte und verringerte Konzentrationen des schilddrüsenstimulierenden Hormons (TSH). Diese Beobachtungen stützen wissenschaftlicher Erkenntnisse, dass einzelne PFAS als endokrine Disruptoren wirken können.
Aus Sicht der Autoren verdeutlichen die Ergebnisse daher nicht nur den Erfolg bisheriger Regulierungen, sondern auch die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen. Insbesondere sprechen sie sich für einen stärker gruppenbezogenen Regulierungsansatz aus, der nicht nur einzelne Stoffe, sondern ganze PFAS-Stoffklassen umfasst.
PFAS-Regulierung außerhalb der EU
Die Ergebnisse der französischen Studie zeigen eindrucksvoll, welchen Einfluss regulatorische Maßnahmen auf die PFAS-Belastung der Bevölkerung haben können. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Regulierung dieser Stoffgruppe weltweit weiter an Dynamik gewinnt. Es entwickeln sich auch außerhalb Europas zahlreiche neue gesetzliche Anforderungen. In unserem kommenden, kostenlosen Webinar „PFAS-Regulierung außerhalb der EU – Aktueller Stand und neue Entwicklungen“ am 2. Oktober 2026 geben wir einen Überblick über aktuelle und geplante PFAS-Anforderungen in wichtigen internationalen Märkten. Erfahren Sie, welche Entwicklungen Unternehmen im globalen Geschäft bereits heute im Blick behalten sollten und wie Sie sich frühzeitig auf neue Compliance-Anforderungen vorbereiten können.
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