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PFAS-Beschränkung: Fachausschuss des EU-Parlaments beleuchtet wirtschaftliche Auswirkungen und fordert Ausnahmeregelungen

Der Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE) sieht die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie gefährdet, sollten PFAS-Anwendungen wie geplant beschränkt werden. In einem 190-seitigen Bericht fordern die Autoren unter anderem unbefristete Ausnahmeregelungen für die Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie.

Was der Ausstieg kostet

Die Autoren des ITRE-Berichts bewerteten sechs zentrale Fluorpolymere, die mehr als 90 Prozent der auf dem EU-Markt verwendeten Fluorpolymere ausmachen. Für den Fall eines PFAS-Verbots prognostizieren sie erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen.

  • Die Kosten würden sich im ersten Jahr auf fast 563 Mrd. Euro belaufen und sich in den Folgejahren bei knapp mehr als 73 Mrd. Euro einpendeln. 
  • Rund 39.000 Unternehmen und mehr als 2,9 Millionen Arbeitnehmer wären bei einem pauschalen oder einem PFAS-Verbot mit zeitlich begrenzten Ausnahmen betroffen. Davon sind 90 Prozent kleine und mittlere Unternehmen.  

Was ITRE fordert

Im Bericht werden gezielte, sektorspezifische Maßnahmen anstatt pauschaler Verbote befürwortet. Unter anderem fordern die Autoren

  • eine unbefristete Ausnahmeregelung für PFAS-Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt mangels verfügbarer Alternativen. Diese Regelung sollte alle 10 bis 15 Jahre überprüft werden.
  • eine zeitlich unbegrenzte Ausnahmeregelung für den Verteidigungssektor aufgrund wachsender geopolitischer Unsicherheiten.
  • F-Gase von der Beschränkung auszunehmen; für deren Regulierung sollte allein die bestehende F-Gas-Verordnung gelten.
  • Bestimmte PFAS‑Verwendungen, etwa im Bereich erneuerbarer Energien, sollten vorübergehend erlaubt bleiben; jedoch unter Einhaltung strenger Vorgaben für Emissionskontrolle und Sanierungspflichten.
  • eine unbefristete Ausnahmeregelung für den Halbleitersektor.

Was aktuell läuft

Derzeit erarbeiten die beiden ECHA-Ausschüsse RAC (Risk Assessment Committee) und SEAC (Socio‑Economic Analysis Committee) eine Stellungnahme, die im Frühjahr 2026 vorliegen soll. Daran schließt sich die Konsultationsphase an, sodass mit der finalen Stellungnahme und der Übergabe an die EU-Kommission bis Ende des Jahres zu rechnen ist. 

Bei Fragen rund um PFAS und andere Stoffe, deren Anwendung eingeschränkt ist, erreichen Sie uns gerne unter sales@kft.de.

Weiterführende Links

ITRE report

 

 

 

 

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