EU: Mobilität in Wasser wird Kriterium für SVHC – Stoffe belasten Grund- und Trinkwasser

 

Stoffe, die persistent, mobil und giftig (PMT) sind und/oder solche, die in der Umwelt sehr persistent und im Wasser sehr mobil sind (vPvM), gelten künftig als besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC). Eine solche Einstufung plant die EU im Zuge ihrer künftigen EU-Chemikalienstrategie. Der finale Entwurf wird für Herbst erwartet.

Doch anhand welcher Kriterien lässt sich eine Substanz als PMT- oder vPvM-Stoff festmachen? Eine dieser Kriterien ist der KOC-Wert. Er gibt an, wie gut sich ein Stoff zwischen Wasser und organischer Substanz im Boden verteilt. Bleibt die Substanz beim Durchsickern des Bodens im Wasser gelöst, liegt ein mobiler, bei sehr guter Löslichkeit ein sehr mobiler Stoff vor. Die Crux: Der Stoff kann auf diese Weise ins Grund- und damit ins Trinkwasser gelangen.

Mit dem Vorstoß möchte die EU Trinkwasserquellen besser schützen. Forscher hatten in der Vergangenheit immer wieder Substanzen in Trink- und Grundwasser nachgewiesen. Zu den Hauptakteuren zählt Hans Peter Arp vom Norwegischen Geotechnischen Institut (NGI) und der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technik. Er und andere Wissenschaftler erachten das Kriterium „Mobilität“ als unabdingbare Stoffeigenschaft, um das Umweltrisiko von Stoffen besser beurteilen zu können. Weitere Kriterien, die als Basis für eine PMT- und/oder vPvM-Einstufung dienen, haben Wissenschaftler unter Federführung des Umweltbundesamtes definiert und in der Publikation „REACH: Improvement of guidance and methods for the identification and assessment of PMT/vPvM substances“ veröffentlicht. Für Registranten heißt das im Umkehrschluss: Sie müssen ihre Stoffe umfassender untersuchen lassen und mehr Informationen liefern, auf deren Basis sich Stoffe besser einschätzen lassen.

Die Autoren des UBA-Berichts folgern, dass von 134 Stoffen, die unter REACH registriert sind (Stand Mai 2017), eine Gefahr für unser Trinkwasser ausgeht und die demzufolge in Kategorie 1 „Priorisierte PMT/vPvM-Substanzen“ einzustufen sind, also als Stoffe, die sowohl die PMT- als auch die vPvM-Kriterien erfüllen. Darunter Verbindungen wie  

 Aufschlussreich sind die von den Autoren geschätzten Kosten zwischen 0,8 – 1,5 Milliarden €/Jahr, die allein in Deutschland anfallen würden, um die Stoffe auch nur teilweise aus dem Wasser zu entfernen (UBA-Bericht, S. 21). Für ganz Europa stehen Reinigungs- und Trinkwasserreinigungskosten von mehreren Milliarden Euro im Raum.

Hintergrundinformationen zum Thema finden Sie auch in unserer Blogmeldung „EU-Staaten unterstützen das Konzept für Umweltmobilität unter REACH“.

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Was ist neu?
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Zusätzlich werden bald ausgewählte Themen des Chemikalienrechts kompakt und verständlich, zu attraktiven Konditionen, als Online-Schulung stattfinden. Hier können Sie sich über unser neues Format informieren.

Unsere regulären Schulungen bieten wir dieses Halbjahr selbstverständlich wieder an. Diese befassen sich mit Themen wie Gefahrstoffe in der EU und weltweit, Kosmetik, Biozide, REACH und Verbraucherprodukte.

Folgende Schulungen finden demnächst statt:

01.-02.09.2020 Fachkunde/Sachkunde zur Erstellung von Sicherheitsdatenblättern Präsenzseminar in Griesheim
03.09.2020 Übungstag: Fachkunde/Sachkunde zur Erstellung von Sicherheitsdatenblättern Präsenzseminar in Griesheim
22.-23.09.2020 Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Gemischen gemäß CLP-Verordnung Präsenzseminar in Griesheim
24.09.2020 Übungstag: Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Gemischen gemäß CLP-Verordnung Präsenzseminar in Griesheim
13.-14.10.2020  Fachkunde/Sachkunde zur Erstellung von Sicherheitsdatenblättern Präsenzseminar in Frankfurt
15.10.2020  Übungstag: Fachkunde/Sachkunde zur Erstellung von Sicherheitsdatenblättern Präsenzseminar in Frankfurt

Die gesamte Seminarübersicht finden Sie hier.

Bei Fragen oder Anregungen können Sie sich gerne bei uns unter academy@kft.de melden.

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